26.06.2026

Neues Gewerbegebiet kann verlorene Flächen ersetzen

Über Jahrzehnte sind an vielen Stellen in Velbert Gewerbeflächen verschwunden und wurden durch Wohnbebauung und Einzelhandel ersetzt.

Jetzt fehlen in Velbert Entwicklungsmöglichkeiten für wachsende Unternehmen. Das betrifft auch die Diskussion um das Gewerbegebiet Große Feld.

„Vor 100 Jahren war die Velberter Innenstadt ein bunter Mix aus Industrie und Wohnen. Das war völlig normal, teilweise ist die Stadt um die Betriebe herum gewachsen. Aber seit einigen Jahrzehnten soll die Industrie raus aus der Innenstadt, jede freiwerdende Gewerbefläche dort wurde zur Wohnbebauung“, erklärt Schlüsselregion-Geschäftsführer Dr. Thorsten Enge.

Dann gab es die Chance, auf dem Woeste-Gelände an der Sontumer Straße ein neues industrielles Gewerbegebiet auf einer Industriebrache entstehen zu lassen. Entschieden wurde anders, es kam der Edeka und wiederum Wohnbebauung.

„Dass jetzt ein neues Gewerbegebiet am Rand der Röbbeck entstehen soll, ist eine zwangsläufige Folge dieser Entscheidungen: Die Situation ist einfach so, dass es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt“, sagt Enge.

Man müsse auch bedenken, wer in einem neuen Gewerbegebiet baut: Das seien die Betriebe, die wachsen, sich toll entwickeln, investieren können, Arbeitsplätze schaffen und gut Gewerbesteuer zahlen. Genau die müsse eine Stadt halten. Enge: „Wir reden hier über mittelständische Familienunternehmen, die teils seit Jahrzehnten in Velbert heimisch sind.“

Und auch beim Thema Ansiedlungen stelle sich die Frage: „Welchen Effekt soll eine ausgebaute A44 haben, wenn man ansiedlungswilligen Unternehmen nichts anbieten kann?“

Wichtig sei die langfristige Perspektive: „Die Frage, wie der kurzfristige Bedarf im nächsten Monat sein wird, spielt keine Rolle. Die Anfragen werden kommen, spätestens beim nächsten wirtschaftlichen Aufschwung.“