19.05.2011 15:40 Alter: 365 days

Vom Nylonstrumpf zum Kunststoff-Metall-Hybrid

Kategorie: Aktuell, Wirtschaftsfrühstück

Wirtschaftsfrühstück der Schlüsselregion bei Lüttgens

Firmengeschichten aus Velbert und Heiligenhaus sind fast immer ein historischer Ausflug in die Geschichte der Metallbearbeitung. Dass auch ganz andere Werkstoffe eine ausgeprägte Tradition in der Region haben, zeigte jetzt das Wirtschaftsfrühstück der Schlüsselregion. Am Donnerstag war das heimische Unternehmensnetzwerk zu Gast bei der Firma Lüttgens in Heiligenhaus. Dort dreht sich seit fast 75 Jahren alles um Kunststofftechnik.

Geschäftsführer Holger Lüttgens gab den 60 Besuchern einen kleinen Einblick in die Firmengeschichte, die mit einer revolutionären Neuheit in den USA begann. Als Wallace Hume Carothers dort 1935 den Nylonstrumpf erfand, hat er dabei zwar wahrscheinlich nicht an Heiligenhaus gedacht. Aber auch dort bewirkte seine Erfindung eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.

Dafür sorgte Dietrich Lüttgens, der 1937 an der Hasselbecker Straße begann, Nylon und andere Thermoplaste für technische Anwendungen zu nutzen. Das Zeitalter der Kunststofftechnik begann.

Die  Anfänge bei der Dietrich Lüttgens GmbH & Co. KG waren dabei durchaus experimentell, berichtete Holger Lüttgens von der Arbeit seines Großvaters: "Der Werkstoff steckte damals noch in den Kinderschuhen." Davon kann inzwischen nicht mehr die Rede sein. Peter Oentrich, seit über 40 Jahren im Unternehmen und in dieser Zeit vom Auszubildenden zum Technischen Geschäftsführer aufgestiegen, zeigte den Besuchern, was heute alles möglich ist: "Wir arbeiten häufig im Bereich der Kunststoff-Metall-Hybride, beispielsweise für die Automobilindustrie." Dabei handelt es sich um Teile, in denen Kunststoff und metallische Werkstoffe aneinandergefügt werden. Dass man damit sogar Umweltvorteile erzielen kann, zeigt das Beispiel des Schalthebels im Auto: "Hier konnten wir durch den Einsatz von Kunststoff das ursprüngliche Gewicht um 20% reduzieren", so Oentrich. Dies unterstütze das Bestreben der Automobilhersteller, durch Gewichtseinsparungen den Kraftstoffverbrauch zu senken.

Rund 100 Mitarbeiter hat das Unternehmen heute in Heiligenhaus, weitere 35 am 2007 gegründeten Fertigungsstandort in Polen. Ebenfalls 2007 ist die Firma Lüttgens der Schlüsselregion e.V. beigetreten und damit fast seit Anfang an dabei. 2011 setzt das Unternehmen einen besonderen Schwerpunkt auf den Fachkräftenachwuchs: Gleich sechs Azubis beginnen in diesem Jahr ihre Ausbildung am Standort Heiligenhaus.


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